Auch Lorbeer fand sich schon im letztjährigen Raunachtskalender mit seinen Geschichten und Wirkungen. Aber es reizte mich zu sehr, aus den getrockneten Blättern, die wir sicher alle daheim im Gewürzregal haben, ein aromatisches Wässerchen zu destillieren. Sein ätherisches Öl ist super stark – ich liebe es innig. So dachte ich, dass heute wieder eine große Ausbeute anstünde. Das war dann doch nicht so… aber lest selbst:

Lorbeer, wem Ehre gehört

Von kaum einem Duft ist uns die geistige Wirkung und Bedeutung der Pflanze heute noch so bekannt, wie vom Lorbeer. Schon als Kinder lauschen wir den Geschichten aus dem Alten Rom und seinen Lorbeerkränzen nach heroischer Tat. Ehre und Ruhm sind mit ihm verknüpft. Es gibt zig Sagen; Lorbeer hat so viele Bedeutungen allein in der griechischen Mythologie. Er scheint eine herausragende Stellung gehabt zu haben. War er der Lavendel der Antike?

Im letzten Jahr erzählte ich euch im Raunachtskalender von den Intrigen in Delphi. Es wurde in den letzten Jahren bekannt, dass die Seherinnen sich zwar mit Lorbeerrauch reinigten, doch atmeten sie wohl unwissend Methan und Ethylen an ihrem Seherinnenplatz und ihr Gestammel wurde laut vorherigen Absprachen politisch gelenkt „übersetzt“.

Ruhm gilt nur ehrlichen Taten. Die Manipulation als krasses Gegenstück zerbricht irgendwann, wie auch Delphi in der Bedeutungslosigkeit verschwand. Wer hingegen ehrlich etwas geleistet hat, wer aus Überzeugung handelt, wer vielleicht viel für eine Prüfung gelernt hat (und nun doch davor zittert), der gewinnt mit dem Lorbeer Mut und Kraft für sich einzustehen.

Destillation des Lorbeers

Die getrockneten Lorbeerblätter brach ich in kleine Stücke und zwängte sie durch die Kolbenöffnung. Sollten die Stücke eher groß oder eher klein sein, fragte ich mich. Die Öldrüsen sind eigentlich auf der Blattunterseite, sodass die Größe nichts machen dürfte.

Hier eine Weisheit vom Ende der Destillation: Das, was man anfänglich so schön in den Kolben stopfte, muss nachher wieder raus. Da macht sich Kleineres dann wirklich besser.

Das Spiel mit Wärme

Schön anzusehen war es wieder einmal. Ich träumte in die Ästhetik hinein. Und dann erinnerte mich, dass ich fortan ja etwas vorsichtiger mit der Hitze sein wollte. Das könnte ich jetzt gleich mal probieren. So spielte ich dieses Mal viel mit den 4 Teelichtern. Sobald ich die Siedesteinchen tanzen hörte, nahm ich ein Teelicht weg. Oft waren nur 2 Lichter unterm Kolben, mal drei, gen Ende hin vier, da sie schon weit herunter gebrannt waren und dadurch weniger Wärme spendeten.

Ganz sanft stieg die Hitze auf, der Dampf nahm fast unsichtbar zu und die Tropfen begannen zu rollen. Das Ideal von 1-2 Tropfen pro Sekunde stellte sich bei dieser Wärmevorsicht nicht ein, aber ich wollte nichts riskieren und bin im Nachhinein auch dankbar für die Geduld.

Die ersten Tropfen waren hocharomatisch, geschwängert mit ätherischem Öl, das sich aber nicht auf dem Hydrolat abzeichnete. Danach wurde es milder – ein allgemein warmer Duft stellte sich ein. So sanft, so säuselnd und dennoch mit der würdevollen Kraft des Lorbeers daherkommend. Welch feines Hydrolat.

Susanne Fischer-Rizzi schreibt, dass sich das Lorbeerwasser erst noch setzen, abrunden muss, indem man es einige Wochen ruhen lässt. Ich finde es jetzt schon ganz fein, aber wenn es noch besser werden soll… warum nicht?

Mehr Ausbeute?

Ich frage mich die ganze Zeit, wie ich mehr Hydrolat gewinnen kann. Denn auch hier war die Destillation aufgrund des Geruchs beendet. Mehr Pflanzenmaterial hätte vielleicht intensivere Noten im Hydrolat eingebracht – aber wenn das Material lange genug erhitzt wurde, ist der „Kohlgeruch“ einfach da… Die Phasen dauern wahrscheinlich einfach länger, wenn mehr Wasser und vielleicht auch mehr Pflanzengut vorhanden ist – sonst würden ja größere Destillen nichts bringen. Ihr seht, noch viel ist zu probieren. Am Ende erhielt ich ca. 20 mL Hydrolat. 

Zu den Raunächten gehört es zu Raunen, etwas divinatorisch zu wirken. Ihr ahnt, das Orakeln zu Silvester ist nur ein Überbleibsel aus der gesamten Raunachtszeit. Die 5. Raunacht steht für den Mai. Ich ziehe gern Tarotkarten in der Zeit. Aber ihr könnt auch aus den verschiedenen Pflanzenkartensets einen Duftbegleiter für die Zeit ziehen. Ein solches Set könnt ihr hier gewinnen:

Mitmachen und gewinnen!

Bei jedem Rätsel könnt ihr mitmachen. Wer richtig liegt, wird in die Auslosung am 6. Januar genommen. Wer 12 x richtig liegt, steht auch 12 x in der Liste! Beachtet jedoch, dass jede/r nur einmal pro Rätsel mitmachen kann. Mehrmalige Teilnahmen unter verschiedenen Angaben sind nicht fair und führen zum Ausschluss für das gesamte Gewinnspiel. Einsendeschluss für dieses Raunachtsrätsel ist der 26.12.18 um 18 Uhr. Alle im Zuge des Rätsels eingesandten und gespeicherten Daten werden umgehend nach der Verlosung gelöscht und nur für die Verlosung selbst genutzt.

Gewinnen könnt ihr eines
meiner Kartensets „Duftimpulse 1„:

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Rätselfrage

Welcher universitäre Abschluss geht auf den Lorbeer zurück?

 

Die Antwort:

Gesucht war der Bachelor, zu deutsch das Baccalaureat. Im Französischen ist dies der Name für das Abitur oder auch den Gesellenabschluss (Baccalaureus). Im Amerikanischen gebührt der „Titel“ den Junggesellen, bzw. die Bachelor-Party dem ehrenvollen Abtritt des Junggesellendaseins – auch wenn das Ehrenvolle auf der Party manchmal eher schwer zu finden und zu verteidigen ist.

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